Rund ums Thema Zähne

Woraus besteht ein Zahn eigentlich? Was schadet dem Zahnschmelz? Und wie entstehen eigentlich Zahnschmerzen? Hier erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das Thema Zähne.


Der Zahn zählt zu den sogenannten Hartgebilden des menschlichen Körpers. Seine Hauptfunktionen sind die Nahrungszerkleinerung und Unterstützung bei Sprach- und Lautbildung.

Anatomisch – also seinen Aufbau betreffend – besteht ein Zahn aus der sogenannten Krone, dem sichtbaren Teil in der Mundhöhle, der Wurzel, dem im Knochen verankerten Teil, und dem Zahnhals, dem Übergang von Krone zur Wurzel ungefähr auf Höhe des Zahnfleischrandes.

zähneVon außen nach innen besteht der Zahn aus den Schichten Zahnschmelz, Zahnbein (Dentin) und Zahnmark (Pulpa). Der Zahnschmelz ist die härteste natürliche Körpersubstanz. Das Zahnbein ist von vielen kleinen, mit speziellen Fortsätzen und Flüssigkeit gefüllten Kanälen durchzogen, die eine Verbindung zum Zahnnerv haben. Aus diesem Grund empfinden wir Schmerzen, wenn Zahnschmelz zerstört ist und verschiedenste Einflüsse das Zahnbein erreichen. Die innerste Schicht, das Zahnmark oder die Pulpa, setzt sich zusammen aus den Zahnnerven und den begleitenden Blutgefäßen. Auf Höhe des Zahnhalses endet der Zahnschmelz und das Zahnbein wird im Bereich der Wurzel vom Wurzelzement bedeckt. Das Wurzelzement zählt bereits zum sogenannten Zahnhalteapparat und dient damit der Verankerung des Zahnes im Kieferknochen.

Der Zahnhalteapparat (das Parodontium) verankert den Zahn funktionell im Kieferknochen. Das bedeutet, dass Zähne nicht starr mit dem Knochen verwachsen sind, sondern mit einem speziellen und komplexen „System“ verankert werden, welches Bewegungen der Zähne erlaubt.

Die Bestandteile des Zahnhalteapparats sind

  • der Alveolarknochen mit den Zahnfächern, in denen sich die Zähne befinden,
  • der Parodontalspalt mit Faserapparat (Sharpeysche Fasern),
  • das Wurzelzement und
  • das Zahnfleisch.

zähneDie Wurzel des Zahnes steht in einem passenden Zahnfach im Bereich des Alveloarknochens. Das die Wurzel bedeckende Wurzelzement ist über den Faserapparat mit diesem Knochenfach verbunden. Dadurch wird die funktionelle Verankerung und Eigenbeweglichkeit der Zähne unter Belastung sichergestellt.

Der Raum, in dem diese Fasern ausgespannt sind, ist der Parodontalspalt. Den oberen Abschluss des Zahnhalteapparats bildet, ungefähr auf Höhe der Zahnschmelz-Wurzelzement-Grenze, das Zahnfleisch (die Gingiva). Das Zahnfleisch ist nicht fest mit dem Zahn verwachsen, sondern angeheftet. Dieser Verbund bietet trotzdem einen bakteriendichten und sicheren Verschluss zum Schutz des Parodontalspalts. Verletzungen bzw. Zerstörungen dieses Verbundes erlauben u. a. Bakterien den Zugriff auf den Parodontalspalt und sind damit eine Ursache typischer Erkrankungen des Zahnhalteapparats.

Das Zahnfleisch oder die Gingiva verläuft girlandenförmig entlang unserer Zähne. Der obere Rand liegt bei gesunden Verhältnissen knapp oberhalb des Zahnhalses. Dieser oberste Teil ist die sogenannte freie Gingiva. Sie reicht nur bis ungefähr zur Zahnschmelz-Wurzelzement-Grenze und dazu zählen auch die sichtbaren dreieckigen Anteile zwischen den Zähnen, die sogenannten Papillen. Daran schließt sich die sogenannte fest anhaftende Gingiva an. Weiter in Richtung der Wurzelspitzen endet das fest anhaftende Zahnfleisch und geht in die Schleimhaut über, die den Mundboden bedeckt.

Das Zahnfleisch ist also nur ein ganz bestimmter Teil der gesamten Mundschleimhaut. Es gehört zusammen mit Wurzelzement, Faserapparat und Alveolarknochen zum Zahnhalteapparat und dient der Verankerung unserer Zähne im Kiefer. Da der oberste Rand, die freie Gingiva, mit dem Zahn eine spezielle Form der Verankerung im Bereich der Zahnschmelz-Wurzelzement-Grenze eingeht, ist der Zahnhalteapparat primär gut geschützt. Bei Verletzung oder Zerstörung dieses empfindlichen Verbundes kann es jedoch teilweise zu sehr komplexen Erkrankungen von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat kommen.

Der Oberkiefer ist mit dem Schädel knöchern verbunden. Der Unterkiefer ist beweglich über das Kiefergelenk mit dem Schädel verbunden und ermöglicht dadurch die Kautätigkeit.

zähneAnatomisch folgt auf den knöchernen Anteil des Unterkiefers, in dem die Zähne verankert sind, ein nach oben aufsteigender Knochenast, der im Gelenkkopf endet. Dieser Kopf sitzt bei geschlossener Zahnreihe in der sogenannten Gelenkpfanne am Schädel, genauer am Schläfenbein, etwas vor und unterhalb des Gehörgangs. Innerhalb des durch eine Kapsel geschützten Gelenks liegt zwischen dem Kopf und der Pfanne eine Knorpelscheibe, der sogenannte Diskus, als Puffer.

Im gesunden Idealfall ist eine beschwerdefreie und gleichmäßige Bewegung des Unterkiefers dadurch möglich, dass der Bau des Gelenks sowie der Aufbau und die Spannung der Muskulatur, welche die Bewegungen steuert, und die Kontaktflächen der Zähne optimal und harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Bei der Mundöffnung dreht sich zunächst der Gelenkkopf in der Pfanne, danach gleitet bei der weiteren Öffnung der Kopf innerhalb des Gelenks über die Gelenkpfanne nach vorne und unten, der puffernde Diskus bewegt sich parallel mit. Kapsel und Bänder verhindern durch ihre Spannung eine übermäßige Öffnung.

Beim Menschen gibt es zwei Sätze eines kompletten Gebisses – das Milchgebiss und das bleibende Gebiss. Beide sind übrigens bereits vor der Geburt angelegt.

Der erste Satz, das Milchzahngebiss, besteht aus insgesamt zwanzig Zähnen. Dabei beginnt der Durchbruch des ersten Milchzahnes ungefähr im sechsten Lebensmonat, ein vollständiges Milchzahngebiss ist durchschnittlich gegen Ende des zweiten Lebensjahres ausgebildet.

Der Durchbruch der bleibenden Zähne beginnt oft mit dem ersten bleibenden Backenzahn, dem sogenannten 6-Jahr-Molaren. Seine Bezeichnung drückt aus, wann dieser Zahndurchbruch in der Regel erfolgt. In der Folge kommt es dann bis gegen Ende des 12. Lebensjahres zum Zahnwechsel. Das bedeutet, dass für die ausfallenden Milchzähne neue bleibende Zähne in die Mundhöhle durchbrechen. Damit lässt sich erklären, warum die ausfallenden Milchzähne für den Laien so klein erscheinen. Durch das Wachstum der neuen Zähne wird die Wurzel der Milchzähne immer weiter resorbiert, bis schließlich nur noch die Krone des Milchzahnes vorhanden ist. Diese ist dann so locker, hat keine Wurzel mehr zur Verankerung im Knochen, dass der Zahn ausfällt. Nach dem zwölften Lebensjahr erfolgen noch die Durchbrüche der zweiten Backenzähne und, falls diese Zähne angelegt sind, der dritten Backenzähne, auch Weisheitszähne genannt. Einschließlich der Weisheitszähne umfasst das bleibende Gebiss 32 Zähne.

Auch, wenn also alle Zähne bereits vor der Geburt angelegt sind, dauert es fast zwei Jahrzehnte bis der letzte Backenzahn endgültig in die Mundhöhle durchbricht.

Das vollständige Milchzahngebiss besteht aus zwanzig Zähnen. Man unterscheidet in jedem Kiefer vier Frontzähne, zwei Eckzähne und zwei Backenzähne.

Der Durchbruch beginnt meistens im 6. bis 8. Lebensmonat mit den unteren Frontzähnen, es folgen dann der erste Backenzahn, der Eckzahn und zum Schluss der zweite Backenzahn. Insgesamt gesehen ist der Durchbruch sehr variabel hinsichtlich der Zeiten, gegen Ende des zweiten Lebensjahres ist er jedoch abgeschlossen.

Aus zahnärztlicher Sicht sind zwei Aspekte besonders wichtig. Jeder Milchzahn ist ein Platzhalter für den späteren, bleibenden Zahn an dieser Stelle. Gehen Milchzähne zu früh verloren, drohen deutlich größere Probleme beim Durchbruch und den Platzverhältnissen bzw. der Stellung der bleibenden Zähne. Außerdem ist zu beachten, dass die Entstehung von Löchern in den Milchzähnen („Karies“) ein ernster Warnhinweis ist. Es zeigt, dass das grundsätzliche Risiko dazu gegeben ist und dann auch sehr oft bei den bleibenden Zähnen existiert. Eine gewisse Zeitspanne in der Entwicklung ohne neuen Kariesbefall liegt zum Teil daran, dass die Milchzähne ausfallen und dann eine gewisse Zeit lang gar keine Zähne vorhanden sind, die erkranken können.

Eine gute, kindgerechte Vorsorge und sorgfältige Behandlungen im Milchgebiss sind also dringend empfehlenswert.

Wenn es vollständig angelegt ist, einschließlich der Weisheitszähne, besteht das bleibende Gebiss aus 32 Zähnen. Die Anlagen dazu sind bereits vor der Geburt angelegt.

Der Durchbruch des ersten bleibenden Zahnes erfolgt zum 6. Lebensjahr. Daher wird der erste Backenzahn auch als 6-Jahr-Molar bezeichnet. Sehr oft ist aber auch ein unterer Frontzahn der erste bleibende Zahn als Ersatz für einen Milch-Frontzahn. In der weiteren Folge brechen dann die übrigen Frontzähne, gefolgt von Eckzähnen und kleinen Backenzähnen durch. Der zweite Backenzahn und in der Regel mit größerem zeitlichen Abstand die Weisheitszähne sind die letzten durchbrechenden bleibenden Zähne.

Entsprechend ihrer Stellung in der Mundhöhle erfüllen die Zähne unterschiedliche Aufgaben vom Abbeißen über die erste Nahrungszerkleinerung bis hin zur weiteren und endgültigen Nahrungszerkleinerung durch die großen Backenzähne. Passend zu ihrer Funktion haben die großen Backenzähne mehrere und stabile Wurzeln zur Verankerung im Kiefer.

Abweichungen von dem hier beschriebenen, regulären Gebiss kommen durchaus regelmäßig vor. Außer Formabweichungen können sich auch überzählige Zähne bilden und auch das komplette Fehlen einzelner Zähne kann auftreten. Diese Besonderheiten sind in der Regel durch Vererbung bestimmt.

zähneIm internationalen Gebissschema werden die Zähne durch Zahlen gekennzeichnet. Entsprechend bekommt der mittlere Schneidezahn die 1 und der letzte Weisheitszahn die 8. Zur Unterscheidung wird eine Zahl davorgestellt, welche die Position im Kiefer kennzeichnet. Dabei ist jeder Kiefer also in vier Quadranten aufgeteilt, zwei je Kiefer.

Der erste Quadrant ist die rechte Hälfte des Oberkiefers, der zweite Quadrant die linke Hälfte. Der dritte und vierte Quadrant befinden sich im Unterkiefer. Wenn man also seinem Gegenüber auf den Kiefer schaut, sind die Quadranten im Uhrzeigersinn angeordnet. Die diesen Quadranten entsprechende Zahl wird nun vor die Zahl gesetzt, welche den Zahn kennzeichnet. Der Zahn 11 ist also der erste (und damit mittlere) Schneidezahn der rechten Oberkieferhälfte. Der Zahn 36 ist der sechste in der Zahnreihe der linken Unterkieferhälfte, also der erste Backenzahn dort. Dabei werden die Zahlen einzeln gesprochen, gemäß obigem Beispiel also eins-eins und drei-sechs. Um Milchzähne von bleibenden unterscheiden zu können, werden die Quadranten im Milchgebiss mit den Zahlen 5 bis 8 bezeichnet. Der mittlere obere Schneidezahn in der rechten Kieferhälfte ist entsprechend 51, gesprochen fünf-eins.

 

 

Sowohl im Milch- als auch bleibenden Gebiss finden sich von vorne nach hinten sortiert zunächst 4 Schneide- oder auch Frontzähne, wobei noch zwischen mittlerem und seitlichem Schneidezahn unterschieden wird. Danach folgen je Kiefer zwei Eckzähne. Im Milchgebiss sind dann die 4 Milchbackenzähne pro Kiefer die letzten Zähne der Zahnreihe. Im bleibenden Gebiss folgen auf die Eckzähne zunächst 4 kleine Backenzähne und dann 4 große Backenzähne je Kiefer. Bei vorhandenen Weisheitszähnen sind es entsprechend 6 große Backenzähne.

Die medizinischen Fachbegriffe für die Zähne lauten wie folgt: Die Frontzähne sind die Inzisivi, die kleinen Backenzähne werden als Prämolaren bezeichnet und die großen Backenzähne als Molaren.

Die sicherlich bekannteste Erkrankung im Bereich der Zähne ist die Karies, auch Zahnfäule genannt. Umgangssprachlich bezeichnet ist es das sogenannte Loch im Zahn. Dabei führen verschiedene Ursachen zur Zerstörung der Zahnhartsubstanzen Schmelz und Dentin. Diese Zerstörung schreitet über einen längeren Zeitraum in die Tiefe des Zahnes hinein fort.

Erosionen finden sich in den letzten Jahren immer häufiger. Bei dieser Erkrankung wird der Zahnschmelz durch übermäßigen Kontakt mit Säuren, z. B. aus den bei Jugendlichen sehr beliebten Softdrinks, zerstört. Auch hier kann das Ausmaß der Zerstörung erheblich sein.

Die Entzündung eines Zahnnervs ist eine häufig sehr schmerzhafte Erkrankung im Bereich der Zähne. Ausgelöst wird sie durch chemische, thermische oder mechanische Reize sowie Bakterien. Die zunächst begrenzte Entzündung breitet sich im Zahn bis zur Wurzel und in den Knochen hinein aus, wenn keine Therapie erfolgt.

Im weiteren Sinne zu Erkrankungen zu zählen ist der übermäßige Abrieb der Zähne, im Fachjargon Abrasionen genannt. Meistens durch Knirschen oder Pressen der Zähne aufeinander bedingt, kommt es zu einem erheblichen Verschleiß von Schmelz und später auch Dentin. Dabei werden aber auch Muskulatur und Kiefergelenk überbeansprucht.

Da der Zahnhalteapparat aus verschiedenen Geweben besteht, sind die möglichen Erkrankungen danach zu unterscheiden, welches Gewebe sie betreffen. Dementsprechend werden die unterschiedlichen Erkrankungsformen in der Wissenschaft auch eingeteilt. Die bekanntesten und wichtigsten Formen sind Gingivitis und Parodontitis.

Die Gingivitis ist eine Entzündung des Zahnfleischs. Erkennbar ist sie durch Rötung des Zahnfleischs und eine erhöhte Blutungsneigung. Ausgelöst wird sie in der Regel durch jegliche Form von Zahnbelag (Plaque) und die darin lebenden Bakterien. Allerdings kann eine Gingivitis durch andere Faktoren beeinflusst werden wie z. B. Hormone, Einnahme von Medikamenten, Blutbildstörungen, Viren, Mangelernährung usw.

Die Parodontitis hingegen kennzeichnet einen Entzündungszustand des gesamten Zahnhalteapparates (Parodont), also der Strukturen, die an anderer Stelle hier bereits erwähnt wurden. Sie kann ebenfalls mit Rötung und Blutung des Zahnfleischs einhergehen, entscheidend ist aber die Tatsache, dass eine Parodontitis auf Dauer zur Zerstörung des Zahnhalteapparates führt, wodurch Zähne gelockert werden und auch verloren gehen. Meistens sind hier Zahnbelag und Bakterien als Hauptursache zu finden. Aber auch die Parodontitis kann durch weitere Faktoren beeinflusst werden wie z. B. allgemeine Erkrankungen.

Als weitere und weniger bedeutsame Erkrankungsformen sind u. a. verschiedene Abweichungen von den Normverhältnissen in der Mundhöhle zu nennen wie z. B. ungünstig ansetzende Bänder oder Verdickungen des Zahnfleischs.

zähneDie Ursachen für Zahnschmerzen können viele Gründe haben. Obwohl der Zahnschmelz unsere Zähne schützt, gehören sie zu den schmerzempfindlichsten Körperteilen. Der häufigste Auslöser von Zahnschmerzen ist eine Reizung der Nerven: Jeder Zahn ist mit Nervenfasern aus dem fünften Hirnnerv (Trigeminus) verbunden. Entzündungen, Verletzungen oder Druck können diese Nerven reizen oder gar schädigen und die Schmerzen auslösen. Weitere Ursachen können unter anderem Karies, Parodontitis oder Zahnfleischentzündungen sein. Nicht selten muss der Arzt kariöse Zähne behandeln, indem er den erkrankten Teil entfernt und durch eine Füllung ersetzt. Sind größere Teile des Zahns betroffen, wird teilweise ein Zahnersatz erforderlich. Wenn Sie auch unter Zahnschmerzen leiden, raten wir Ihnen, Ihren Zahnarzt so früh wie möglich aufzusuchen. Denn leider werden Zahnschmerzen meist nicht besser und verschlimmern sich oftmals, wenn man zu lange abwartet. Ihr Zahnarzt wird Sie dann nach den genauen Beschwerden fragen und die Ursache für Ihre Zahnschmerzen ermitteln.

Eine gute und moderne Zahnpasta unterstützt die mechanische Reinigung unserer Zähne und dient außerdem der Karies- und Parodontitisprophylaxe.

Die Hauptbestandteile einer Zahnpasta sind Putzkörper, Schaumbildner, Geschmacks- und Aromastoffe sowie Zusätze zur Vorsorge vor Karies und Parodontitis.

Putzkörper ermöglichen bzw. verbessern die mechanische Reinigung. Dabei ist es wichtig, dass durch eine angemessene Größe der Putzkörper der Zahn gut gereinigt wird, aber die Zahnoberfläche nicht unnötig aufgeraut wird.

Schaumbildner helfen, dass alle Oberflächen gut benetzt werden und die Zahnpasta mit ihren Wirkstoffen auch in Nischen vordringen kann.

Der klassische Zusatz zur Kariesprophylaxe sind Fluorid-Verbindungen. In diesem Bereich hat es in den letzten Jahren weitreichende und neue Forschungsergebnisse gegeben, so dass sich verschiedene Fluoridverbindungen finden. Fluorid schützt den Zahn dadurch, dass die Säurelöslichkeit des Zahnschmelzes herabgesetzt wird. Die Fluoriddosierung ist abhängig davon, ob die Zahnpasta bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen eingesetzt wird und reicht von 500 bis 1500 ppm (parts per million).

Einige homöopathische Zahnpasten enthalten kein Fluorid zur Kariesprophylaxe.

Chemisch betrachtet sind Fluoride Salze der Fluorwasserstoffsäure. Sie gelten nach umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen als hauptverantwortlich für den Rückgang der Karies bei Kindern und Jugendlichen. Dabei gilt die lokale Anwendung der Fluoride auf den Zähnen als die effektivste Form der Prophylaxe.

Fluoride werden in Form von Zahnpasten, Mundspüllösungen, Gelen, Lacken und Speisesalz in die Mundhöhle transportiert und können dort mit der Zahnoberfläche reagieren.

Da bei der lokalen Anwendung von Fluoriden ein Verschlucken nicht ausgeschlossen werden kann, ist eine an die individuelle Situation angepasste Dosierung wichtig. Sie ist also z. B. abhängig vom Lebensalter und der gesamten Fluoridaufnahme über die verschiedenen Präparate.

Der ideale kariesprophylaktische Effekt ist durch eine kontinuierliche Anwendung erzielbar, also zunächst einmal durch die regelmäßige Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta. Zusätzlich ist die Verwendung von fluoridhaltigem Speisesalz sinnvoll. Ergänzend bietet sich die intensive Fluoridierung einmal wöchentlich mit einem hochkonzentrierten Präparat, z. B. in Gelform, an.

Je nach individuellem Erkrankungsrisiko und abhängig von weiteren Faktoren kann die lokale Anwendung von Fluorid weiter angepasst werden.

Zahnbelag (=Plaque) besteht aus verschiedenen Schichten, die sich aus unterschiedlichen Substanzen zusammensetzen. Plaque entsteht vor allem dort, wo Zähne nicht der optimalen Reinigung zugänglich sind. Die einfachste, vorstellbare Form der Plaque sind Essensreste, die auf den Zähnen verbleiben.

Je nach Eigenschaften der Plaque unterscheidet man weiche von harter Plaque wie z. B. Zahnstein. Außerdem wird die Plaque nach ihrer Lokalisation unterteilt in supragingivale, d. h. über dem Zahnfleisch liegende, und subgingivale, also unter dem Zahnfleischrand liegende Plaque. Die harte Plaque entsteht an den Stellen mangelnder Reinigung aus der weichen Form durch Einlagerung von Mineralsalzen aus dem Speichel.

Jede Art von Plaque ist mit Bakterien besiedelt, bildet für die Bakterien einen sehr guten Nährboden für weitere Vermehrung und stellt daher ein Risiko für das Auftreten von Karies, Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und Parodontitis dar.

Die gründliche Entfernung aller Formen der Plaque ist dementsprechend die ideale Vorsorge zur Vermeidung der oben erwähnten Erkrankungen. Sie erfolgt durch die optimierte Pflege zuhause in Kombination mit professioneller Unterstützung in der zahnärztlichen Praxis.

Karies oder umgangssprachlich „das Loch im Zahn“ ist die sicherlich häufigste und bekannteste Erkrankung der Zahnhartsubstanzen Schmelz und Dentin. Dennoch betrifft sie nicht alle Menschen und die Erkrankten auch nicht in gleichem Maße.

Ursache und Entstehung von Karies sind heute wissenschaftlich sehr gut untersucht. Mehrere Faktoren sind entscheidend: Das Vorhandensein kariesauslösender Bakterien, das Vorhandensein von Zahnbelag (Plaque), niedermolekulare Kohlenhydrate (v. a. einfacher Zucker), spezielle Charakteristika und Faktoren des erkrankten Menschen wie z. B. Zähne, Speicheleigenschaften, Verhalten sowie ausreichende Zeit.

Durch Verschiebungen des biologischen Gleichgewichts in der Mundhöhle ist es kariesauslösenden Bakterien möglich, aus mit der Nahrung zugeführten Kohlenhydraten vermehrt Säuren zu produzieren, die den Schmelz demineralisieren und damit Karies auslösen, die über einen längeren Zeitraum größer und tiefer wird. Dabei wird die Karies nach ihrer Eindringtiefe in verschiedene Stadien unterteilt.

Aufgrund der Tatsache, dass – wie oben beschrieben – der Entstehungsmechanismus geklärt ist, lassen sich individuell für jeden Menschen Vorsorgemaßnahmen bestimmen und entwickeln, die Kariesentstehung und –fortschreiten verhindern.

Erosionen sind Schäden der Zahnhartsubstanz, die durch direkten Kontakt mit Säuren entstehen. Die Säure löst Mineralien aus der Zahnoberfläche und demineralisiert den Schmelz, woraus dann Defekte resultieren.

Die Bedeutung und Häufigkeit der Erosionen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, besonders bei Kindern und Jugendlichen.

Die einwirkende Säure kann zum einen Magensäure sein, welche durch Erkrankungen mit Reflux (Sodbrennen) oder durch Essstörungen mit Erbrechen in die Mundhöhle gelangt. Säuren finden sich aber auch in bestimmten Medikamenten und vor allem in Nahrungsmitteln wie z. B. Obst, dabei besonders in Zitrusfrüchten, und Getränken, speziell den sogenannten Softdrinks.

Das Ausmaß der Schäden durch Erosionen hängt vor allem davon ab, wie häufig die schädlichen Säuren mit Zähnen in Kontakt kommen. Für eine erfolgreiche Therapie ist es daher auf Dauer extrem wichtig, die bekannten Risikofaktoren in ihrer Häufigkeit deutlich zu reduzieren und ergänzend Produkte zu verwenden, die den Zahnschmelz remineralisieren können.

Eine Parodontitis kennzeichnet eine entzündliche Veränderung im Bereich der Mundhöhle, die den gesamten Zahnhalteapparat, das Parodontium, also Zahnfleisch, Knochen, Wurzelzement und Faserapparat betrifft. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Mundhöhle bei Erwachsenen und wird oft erst bei gründlicher Untersuchung durch den Zahnarzt erkannt.

Die Ursache sind immer im Zahnbelag (Plaque) vorhandene Bakterien. Bei Zunahme der Bakterien in der Plaque bzw. bei einer Verschiebung des biologischen Gleichgewichts zwischen schädlichen und unschädlichen Bakterien in der Mundhöhle werden immer mehr Giftstoffe produziert, welche eine Abwehrreaktion des menschlichen Körpers und damit eine Entzündung auslösen. Die individuelle Reaktion ist also variabel und u. a. auch von der Immunabwehr bestimmt. Es gibt außerdem noch eine Reihe weiterer Faktoren, die die Parodontitis begünstigen, wie z. B. das Rauchen. Umgekehrt begünstigt eine vorhandene, unbehandelte Parodontitis Herzerkrankungen, das Auftreten von Diabetes oder Risikoschwangerschaften.

Wird die Parodontitis nicht behandelt, kommt es auf Dauer zum Abbau des Zahnhalteapparates, zur Lockerung der Zähne und schließlich sogar zum Zahnverlust.

Kurz formuliert zielt die Therapie der Parodontitis darauf ab, alle Risikofaktoren auszuschalten, die Zähne von jeder Art Zahnbelag zu befreien und Bakterien, auch in Nischen, zu eliminieren.

Immer wieder ist nach wie vor der Satz zu hören „jede Schwangerschaft kostet einen Zahn“. Diese alte Aussage hat heute sicherlich keinen Bestand mehr und doch gibt es während der Schwangerschaft beachtenswerte Veränderungen in der Mundhöhle.

Ein hoher Anteil der schwangeren Frauen klagt über eine sogenannte Schwangerschaftsgingivitis, also eine entzündliche Veränderung des Zahnfleischs. Diese geht einher mit einer deutlich verstärkten Blutungsneigung. Eine mögliche Ursache ist in den hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft zu sehen. Das Gewebe lockert sich auf und schwillt an.

Auf der anderen Seite entstehen durch diese Veränderungen zusätzliche Schmutznischen, die einer intensiveren Pflege als üblich bedürfen. In diesen Nischen bleibt mehr Plaque zurück, wodurch das Risiko für eine Parodontitis, aber auch für Karies steigt.

Insofern ist eine verstärkte und optimierte Prophylaxe während der Schwangerschaft sehr sinnvoll und empfehlenswert, um die sich ergebenden Risiken zu reduzieren. Aus zahnärztlicher Sicht bestehen keinerlei Bedenken, während der Schwangerschaft regelmäßige Kontrollen und Zahnreinigungen durchzuführen. Müssen Amalgamfüllungen ausgetauscht werden, gibt es geeignete Schutzmethoden für die Schwangere und den Embryo ebenso wie geeignete Füllungsalternativen. Genauso gibt es geeignete Betäubungsmittel während dieser Zeit. Und gerade die Therapie einer möglichen Parodontitis hat eine besondere Bedeutung, weil diese unbehandelt mit einem hohen Risiko für vorzeitige Geburt bzw. deutlich erniedrigtes Geburtsgewicht einhergeht.

Mundgeruch kennzeichnet einen schlecht riechenden Atem, im medizinischen Halitosis genannt, der zu 90% in der Mundhöhle entsteht. Die immer wieder als Ursache genannten Erkrankungen im Bereich des Halses oder Rachens ebenso wie im Magen sind extrem selten zu finden.

Meistens wird Mundgeruch durch bakterielle Zungenbeläge ausgelöst. Auf der Zunge lebende Bakterien benötigen keinen Sauerstoff und finden somit auf der Zunge mit ihren Falten und Nischen ideale Lebensbedingungen. Dort produzieren sie durch die Zersetzung von Eiweißen schwefelhaltige Verbindungen, die die unangenehmen Gerüche auslösen. Aber auch in anderen Nischen lebende Bakterien in erhöhter Zahl tragen zu Mundgeruch bei. Bakterienfreundliche Nischen finden sich zum Beispiel bei unbehandelter Karies oder Parodontitis und Zahnfleischtaschen sowie generell bei schlechter Mundhygiene.

Ungefähr 25% der Menschen leiden im Laufe des Tages unter inakzeptablem Mundgeruch.

Therapeutisch ist die Reduktion der auslösenden Bakterien anzustreben, also durch Therapie unbehandelter Karies und/oder Parodontitis, optimierte Zahnreinigung mit Beseitigung wirklich aller Beläge und auch die Zungenreinigung zur Elimination der dort lebenden Bakterien.

Neben der richtigen Zahnpflege helfen zusätzlich ein paar einfache Hausmittel:

1. Zerkauen Sie Kaffeebohnen

2. Kaugummi kauen regt die Speichelproduktion an

3. Petersilie neutralisiert Gerüche wie z.B. Knoblauch

4. Salbei- und Kamillentee desinfizieren den Mundraum

5. Salzwasserspülungen reduzieren die Anzahl an schädlichen Keimen im Mund

6. Ausreichend trinken

 

 

Unter zahnfreundlicher Ernährung ist eine ausgewogene Ernährung zu verstehen, die unseren Zähnen und unserem Zahnfleisch keinen Schaden zufügt.

Obwohl praktisch jedem bekannt ist, dass Zucker unserer Mund- und Zahngesundheit schadet, ist es praktisch unmöglich, auf Zucker vollständig zu verzichten. In viel zu vielen Nahrungsmitteln, auch in denen, die gerne als gesund bezeichnet werden, sind versteckte Formen von Zucker enthalten.

Zucker wiederum ist Hauptnahrung für die in der Mundhöhle lebenden Bakterien, die sich dann deutlich leichter und schneller vermehren können und mit ihren Giftstoffen oder Stoffwechselprodukten Zähne und Zahnhalteapparat schädigen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass für unsere Mundgesundheit weniger die absolute Mengenaufnahme von Zucker entscheidend ist als vielmehr die Häufigkeit des Konsums. Jede Aufnahme von Zucker liefert Nahrung für Bakterien und damit einen Impuls zur Produktion von Giftstoffen.

Da der völlige Verzicht auf Zucker also unmöglich und es ebenso illusorisch ist, seine Zähne immer perfekt von Belägen und darin lebenden Bakterien zu befreien, gehört zu einer zahnfreundlichen Ernährung vor allem, die Zahl der zuckerhaltigen (Zwischen-)Mahlzeiten zu reduzieren. Dasselbe gilt für den Konsum von säurehaltigen Getränken/Softdrinks. Ebenso ist es möglich, bei vielen Gelegenheiten auf Produkte mit Zuckerersatz- oder Zuckeraustauschstoffen zurückzugreifen. Bissfeste Nahrung – als Beispiel Vollkornbrot statt Weißbrot – fördert durch verstärkte Kautätigkeit die Speichelproduktion, wodurch eine bessere Selbstreinigung der Zähne ermöglicht wird. Sogenannte Zahnpflegekaugummis mit dem Wirkstoff Xylitol als Zuckerersatz fördern die Speichelproduktion, tragen zur Selbstreinigung bei und hemmen Bakterienwachstum.