Kann die Ernährung Zahnerkrankungen positiv beeinflussen?

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Jeder zweite Erwachsene leidet laut der Mundgesundheitsstudie¹ unter einer Entzündung des Zahnhalteapparates, in Fachkreisen auch Parodontitis genannt. 20 Prozent sogar unter einer schweren Form. Als Folge droht häufig Zahnverlust. Die gute Nachricht ist: Studienergebnisse zeigen, dass durch eine Ernährungsumstellung entzündungsbedingte Erkrankungen positiv beeinflusst werden können.

Wir haben für Sie die wichtigsten Erkenntnisse über bestimmte Lebensmittelgruppen zusammengestellt. Verschiedene Nahrungsmittel wurden dabei über mehrere Jahre bezüglich ihrer Wirkung auf Karies und Parodontitis in Freiburg² untersucht.

 

 

 

 

Einfache Kohlenhydrate                                                                                                            

Zu den einfachen Kohlenhydraten gehören alle Weißmehlprodukte, Softgetränke und jegliche Art von Produkten, die Zucker enthalten. Der Verzehr von einfachen Kohlenhydraten und damit der übermäßige Konsum von Zucker fördert Karies und Entzündungen des Zahnfleisches. Ursache dafür ist, dass diese Nahrungsmittel einen stärkeren Blutzucker und damit eine starke Insulinausschüttung verursachen, was mit verstärkten Entzündungsprozessen in Zusammenhang steht. Bei einer zahnfreundlichen Ernährung sollten Sie deshalb Lebensmittel aus dieser Kategorie meiden.

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Gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren, Omega-6-Fettsäuren                                                

Frittierfette, Butter, Margarine, Fleisch, Wurst, Sonnenblumenöl und Käse enthalten gesättigte oder Transfettsäuren. Vor allem alle Produkte aus Massentierhaltungen enthalten eine hohe Anzahl an Omega-6-Fettsäuren. Omega-6-Fettsäuren sollen für die Entstehung von Parodontitis mit verantwortlich sein. Zumindest werden sie mit einem häufigeren Vorkommen von Parodontitis assoziiert. Deswegen empfiehlt es sich, diese Lebensmittel zu reduzieren.

 

Omega-3-Fettsäuren                                                                                                               

Der Verzehr von Lebensmitteln mit einem hohen Omega-3-Anteil wird nicht nur für eine gesunde Ernährung empfohlen, auch für eine bessere Zahngesundheit sollen Omega-3-Fettsäuren hilfreich sein. Hierzu gehören beispielsweise Seefische, Walnüsse sowie Leinöl. Ihnen wird eine entzündungslindernde Wirkung im Mundbereich zugeschrieben. Nebenbei haben Omega-3-Fettsäuren auch noch einen positiven Effekt auf Asthma und rheumatische Beschwerden.

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Mikronährstoffe und Ballaststoffe                                                                                    

Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte sowie Nüsse enthalten viele Mineralien, Vitamine und Spurenelemente, die nicht nur dem Körper gut tun, sondern sich auch positiv bei Zahnerkrankungen auswirken. Ein erhöhter Verzehr von diesen Lebensmitteln wird mit einem geringeren Vorkommen von Parodontitis verbunden. Besonders Blaubeeren, Grapefruits oder auch Kurkuma zeigten in den Studien einen positiven Einfluss auf die Zahngesundheit.

Nitrate                                                                                                                                         

Nitrate wirken im Körper als Stickstoffmonoxid und haben daher eine anti-entzündliche Form. Studien zufolge soll durch den Verzehr von 300 ml nitrathaltiger Speisen, beispielsweise in einem Smoothie aus Spinat, Entzündungen gelindert werden. Wichtig bei dem Verzehr ist, dass die Nitrate aus pflanzlichen Quellen und nicht aus tierischen gewonnen werden.

Fazit

Durch ein paar Änderungen in Ihrem Speiseplan lassen sich also neben einem positiven Effekt für Ihren Körper auch Zahnerkrankungen lindern. Und das Beste: Viele der Lebensmittelgruppen lassen sich relativ einfach in Ihre Ernährungsgewohnheiten integrieren.

 

 

¹ Zu der Gruppe der Erwachsener zählen die 35-45-Jährigen

² Dr. Johan Wölber, Dr. Christian Tennert, Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie Freiburg

 
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