Zahnschienen

Unter dem Oberbegriff Zahnschiene wird in der Zahnmedizin eine ganze Reihe von unterschiedlichen Schienen zusammengefasst. Je nach Aufbau, Funktion und Indikationsbereich der Schiene werden verschiedene Bezeichnungen gewählt. Allen Zahnschienen ist gemeinsam, dass sie der Linderung oder Vermeidung von Beschwerden im Zahn- und/oder Kieferbereich dienen.

Üblicherweise werden Zahnschienen durch den behandelnden Zahnarzt verschrieben und anschließend in einem professionellen zahntechnischen Labor hergestellt. Die gängigsten Schienen sind Aufbiss-Schienen, Knirscher-Schienen und Schnarcher-Schienen sowie Mundschutz-Schienen für Sportler. Jeder Schienentyp kann in terminologischer Hinsicht als Synonym für den Begriff Zahnschiene aufgefasst werden.

Aufbiss-Schienen bzw. Knirscher-Schienen sind die am häufigsten anzutreffenden Zahnschienen. Ihre Funktion ist es, Fehl- und Überbelastungen im Kausystem des Patienten zu beseitigen. Wenn Ihr Zahnarzt bei Ihnen eine Fehlbelastung der Zähne oder des Kiefergelenks feststellt, wird er Ihnen unter Umständen den Einsatz einer Aufbiss-Schiene nahelegen.

Dauerhafte Fehlbelastungen des Kausystem können nicht nur akute Symptome wie Verspannungen, Kopfschmerzen und Nackenschmerzen hervorrufen, sondern auch zur Entstehung chronischer Probleme wie fehlende Zahnsubstanz und Tinnitus führen. Die Aufbiss-Schiene, die als dünne Kunststoffauflage beschrieben werden kann, bewirkt im Idealfall eine Entlastung des Kausystems.

Schmerzen und Verspannungen können durch den Einsatz einer Schiene gelindert werden. Eine weitere wichtige Funktion, die eine Knirscher-Schiene erfüllt, ist der Schutz der Zahnsubstanz, die ansonsten durch das ständige Reiben/ Knirschen der Zähne zu schwinden droht.

Zur Herstellung einer Zahnschiene wird zunächst ein Abdruck des Gebisses mit Gips ausgegossen. Anschließend wird auf Basis des Gipsmodells die Schiene hergestellt. Es gibt verschiedene Herstellverfahren: Tiefziehschienen, manuell gefertigte Schienen und CAD/CAM Schienen. Letztere werden mithilfe modernster digitaler Technologie gefräst und erreichen höchste Präzision.

Der entstandene Rohling wird dann vom Zahntechniker weiterbearbeitet und schließlich durch den Zahnarzt ins Patientengebiss eingesetzt. Wichtig ist die Vermeidung eines Kontakts mit dem Zahnfleisch. Je nach Schwere der zugrundeliegenden Beschwerden kann die Schiene stundenweise, tagsüber, nachts oder permanent getragen werden.

Anders hingegen die Schnarcher-Schiene, die auch als Protrusionsschiene bezeichnet wird. Diese Schiene, bei deren Herstellung auch ein Kieferabdruck des Patienten genommen wird, hat die Aufgabe, das nächtliche Schnarchen des Patienten zu unterbinden.

Protrusionsschienen oder Schnarcher-Schienen umfassen nicht nur die Zähne, sondern auch Teile des Zahnfleischs. Sie sind also größer als Aufbiss-Schienen bzw. Knirscher-Schienen.