Aufbiss-Schiene

Eine Aufbiss-Schiene kommt zum Einsatz, wenn bei geschlossenem Kiefer eine mangelhafte Auflage der Kauflächen vorliegt. Dies entsteht durch einen falschen Biss, das heißt die beiden Hälften des Gebisses passen nicht in/aufeinander.

Eine ungleichmäßige Auflage kann gesundheitliche Störungen nach sich ziehen, zum Beispiel Verspannungen im Schädel-, Nacken- und Schulterbereich. Eine solche Funktionsstörung des Kiefers und der Zähne heißt im Fachjargon Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD.

Aufbiss-Schienen sind in verschiedenen Ausführungen verfügbar. Sie bestehen aus farblosem Kunststoff und sind, abhängig von der Diagnose, entweder gummiartig weich oder hart. Die Schienen werden entweder nur im Oberkiefer oder im Unterkiefer oder auf beiden Kiefern getragen.

Eine besondere Form der Aufbiss-Schiene ist die Michigan-Schiene. Auch sie dient der Harmonisierung der Bisslage bzw. des Zahnreihenschlusses, der sogenannten Okklusion. Das Behandlungskonzept mit einer Michigan-Schiene besteht darin, den Unterkiefer aus seiner Verzahnung mit dem Oberkiefer zu befreien und ihm dadurch die Möglichkeit zu geben, sich in der sogenannten Ruheschwebelage zu halten. Dabei handelt es sich um die kieferorthopädisch korrekte Kieferstellung, die zu einer entspannten Muskel- und Kiefergelenksituation führt.

Das Behandlungskonzept einer Michigan-Schiene findet auch Anwendung, um eine unsichere Schlussbisslage prä-prothetisch, also vor Versorgung mit neuem Zahnersatz, harmonisch einzustellen. Dabei testen Zahnarzt und Zahntechniker eine angestrebte Änderung der Bisshöhe aus, um einen Fehlbiss nach Versorgung mit neuem Zahnersatz auszuschließen.

Jede einzelne Aufbiss-Schiene ist eine Maßanfertigung, da sie alle Zahnäquatoren umschließen muss und keinen Kontakt zum Zahnfleisch haben darf. Nur bei absoluter Passgenauigkeit kann eine Aufbiss-Schiene ihre therapeutische Wirksamkeit entfalten. Die Härte der Schiene ist abhängig von der genauen Diagnose des Zahnarztes.